Wenn von messbarer Nachhaltigkeit in Unternehmen die Rede ist, denken viele zuerst an große Konzerne und gesetzliche Berichtspflichten. Dass kleine und mittelständische Unternehmen wie Speick Naturkosmetik ebenfalls ihre CO₂-Emissionen erheben, ist nicht selbstverständlich. Tatsächlich ist das Unternehmen nicht gesetzlich verpflichtet, eine Treibhausgasbilanz zu erstellen. Trotzdem tut es genau das freiwillig. Warum? Ganz einfach: Speick Naturkosmetik will wissen, wo das Unternehmen steht, um sich selbst Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit zu setzen und diese kontinuierlich mit konkreten Maßnahmen anzustreben, die über „grüne“ Rezepturen und einen ökologischen Unternehmenssitz hinausgehen. Hier bekommt ihr einen Einblick in die Treibhausgasbilanz, Herausforderungen, Ergebnisse und bereits erzielte Erfolge bei Speick Naturkosmetik.
Was ist eigentlich eine Treibhausgasbilanz?
Eine Treibhausgasbilanz ist eine Art Inventur der ökologischen Spuren, die ein Unternehmen bei seinen Geschäftsaktivitäten hinterlässt. Von besonderem Interesse ist dabei die Messung der CO₂-Emissionen (CO₂-Äquivalente). Damit lässt sich quantifizieren, wie viel Treibhausgas ein Unternehmen am Standort oder innerhalb der Wertschöpfungskette produziert. Die Quantifizierung der CO₂-Emissionen wird in drei Bereiche, sogenannte Scopes, unterteilt:
- Scope 1: Direkte Emissionen, verursacht z. B. durch den eigenen Fuhrpark mit Verbrenner-Motoren oder durch (Bio)-Gas.
- Scope 2: Indirekte Emissionen, verursacht z. B. durch eingekauften Strom oder Fernwärme.
- Scope 3: Alle anderen indirekten Emissionen entlang der Lieferkette, verursacht z. B. durch Rohstoffe, Verpackungen, Geschäftsreisen oder Mitarbeitermobilität, Entsorgung der Packmittel. Insbesondere Scope 3 ist für viele Unternehmen die größte Herausforderung in der Treibhausgasbilanz: komplex, schwer messbar, aber hat meist auch den größten Anteil an den CO₂-Emissionen. Daher dieser Teil besonders zentral für eine Strategie zur Senkung der Emissionen.
Die Entwicklung von 2019 bis 2024 bei Speick Naturkosmetik
Die Bilanz lässt sich immer erst dann erstellen, wenn rundum alle relevanten Zahlen eines Kalenderjahres vorliegen. Daher gibt es gezwungenermaßen immer einen gewissen Zeitverzug. Die Zahlen der Jahre von 2019 bis 2024 zeigen, dass sich Speick Naturkosmetik im Bereich der Emissionen kontinuierlich verbessert hat – sowohl in absoluten Zahlen als auch in der Emissionsintensität, also der CO₂-Menge pro Umsatz. Konkret heißt das:
- Absolute Reduktion der CO₂-Emissionen: Der Standort Leinfelden-Echterdingen konnte seine Emissionen von 2019 bis 2024 um 29 % verringern (Scope 1 und 2) – von etwa 30 Tonnen auf 21 Tonnen pro Jahr. Das ist eine beachtliche Reduktion von fast einem Drittel.*
- Emissionsintensität: Im Verhältnis zum Umsatz hat sich die CO₂-Emissions-Bilanz mit einer Verringerung um 35% deutlich verbessert, was zeigt, dass Speick Naturkosmetik für jeden erwirtschafteten Euro deutlich weniger CO₂-Emissionen verursacht hat.*

Treibhausgasbilanz in Aktion: Ein Blick nach Leinfelden-Echterdingen
Die Fortschritte in den Emissions-Zahlen in Scope 1 und 2 sind kein Zufall, sondern das Ergebnis konkreter Maßnahmen, die Speick Naturkosmetik insbesondere in den Bereichen Energieverbrauch, Mobilität und Strombezug ergreift bzw. schon ergriffen hat:
- Gebäude & Energie: Bereits 2016 wurde die Entscheidung für Biogas als Heizquelle getroffen. Parallel dazu optimiert das Unternehmen laufend die Dachdämmung. Aktuell wird der letzte verbleibende Dachabschnitt energetisch gedämmt. Perspektivisch könnten Wärmepumpen die Biogas-Nutzung weiter deutlich senken.
- Stromversorgung: Seit 2013 bezieht Speick 100 % Ökostrom. Seit 2025 deckt eine erweiterte Photovoltaik-Anlage rund 40 % des Strombedarfs – ein weiterer großer Schritt, um den externen Strombezug zu reduzieren.**
- Fuhrpark & Mobilität: Die kontinuierliche Umstellung des Fuhrparks auf E-Fahrzeuge reduziert CO₂-Emissionen aus Transport und Dienstfahrten erheblich. Unterstützt wird dies durch ein wachsendes Ladeinfrastruktur-Angebot mit mittlerweile 4 Ladepunkten am Unternehmensstandort.
All das zeigt: Treibhausgasbilanz ist kein abstraktes Reporting, sondern macht konkrete Maßnahmen und deren Auswirkungen strukturiert sicht- und messbar.
Scope 3 – der komplexeste Bereich
Der größte Hebel zur Emissionsreduktion liegt oft in Scope 3 und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette. Hier hat Speick Naturkosmetik als KMU begrenzte Einflussmöglichkeiten, da externe Faktoren, Marktmechanismen und strukturelle Rahmenbedingungen einschränkend wirken, v. a. im Bereich Verpackungen und Rohstoffe. Der Bereich Geschäftsreisen oder die Mobilität der Mitarbeitenden lässt sich hingegen beeinflussen.
Bei Speick Naturkosmetik wird bspw. zur Reduktion der Emissionen konkret an nachhaltigeren Verpackungslösungen gearbeitet – und das gilt für das gesamte Sortiment: Ein großer Teil der verkauften Produkte nutzt innovative Packmittel, mit denen wir CO₂-Emissionen sparen, darunter Bio-PE (biobasierte Kunststoffe), Rezyklate, Mehrweg- oder Refill-Lösungen, Kanister oder unverpackte Varianten (Stand 2025).
Darüber hinaus plant Speick Naturkosmetik, Scope 3 zukünftig noch detaillierter zu erfassen, etwa bei Rohstoffen, bei der Mobilität der Mitarbeiter*innen, Geschäftsreisen und bei Packmitteln. Das Ziel ist, alle Bereiche zu verstehen, in denen die Treibhausgasbilanz verbessert werden kann und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Im Bereich Verpackungen geht es bspw. weiterhin um Materialeinsparungen, einen höheren Anteil an Rezyklaten und eine verbesserte Recyclingfähigkeit der Verpackungen. All diese Maßnahmen sollen auch künftig zur CO₂-Einsparung beitragen.
Warum es sich lohnt, die Treibhausgasbilanz zu führen
Dass ein Unternehmen wie Speick Naturkosmetik auch ohne Berichtspflicht seine Bilanz prüft, hat mehrere Vorteile:
- Die Bilanz zeigt, in welchen Bereichen Fortschritte erzielt und Emissionen reduziert wurden – z. B. hinsichtlich Strom- und Biogasverbrauch und Verpackungslösungen.
- Sie legt Potenziale, aber auch Knackpunkte offen – z. B. in Scope 3, in dem die meisten Optimierungsmöglichkeiten liegen.
- Sie schafft Transparenz gegenüber den eigenen Mitarbeitenden, Lieferant*innen und Kund*innen – und schafft eine Basis für zukünftige Veränderungsprojekte.
Speick Naturkosmetik geht hier einen Weg, den viele Unternehmen nur theoretisch diskutieren: Die Messung der eigenen Umweltauswirkungen. Die Treibhausgasbilanz ist nicht nur Zahlenwerk, sondern ein konkretes Werkzeug, das zugleich Handlungsgrundlage für Verbesserungen, Orientierung für Entscheidungen und Ausdruck gelebter Haltung bei Speick Naturkosmetik ist.
*nach dem market based Ansatz
** u. a. relevant für den location based Ansatz


