Klimaschutz klingt schnell nach einer Aufgabe, für die man sein ganzes Leben umstellen müsste. Dabei beginnt Veränderung oft an Stellen, über die wir (noch) nicht oft genug nachdenken: Was landet im Einkaufskorb? Wie kommen wir von A nach B? Und welches Stück begleitet uns vielleicht als „Langzeit-Liebling“ durchs Leben?
Die folgenden sechs Ideen verlangen keine Perfektion. Entscheidend ist, was zu euch passt und bestenfalls auch noch Spaß macht. Jenny verrät, was bei ihr funktioniert.
1. Regional und saisonal einkaufen
Wer Lebensmittel aus der Region kauft, kann lange Transportwege vermeiden. Für die Klimabilanz lohnt sich zusätzlich der Blick auf die Saison: Eine Tomate aus der Nähe hat wenig Vorsprung, wenn sie dafür im Winter aus einem beheizten Gewächshaus kommt.
Eier gibt’s bei uns vom Bauern nebenan und ich habe das Glück einer gartenbegeisterten Schwiegermama (die obendrein auch noch super nett ist und die halbe Familie mit Gemüse versorgt). Was in den Topf und auf den Tisch kommt, ist von Frühjahr bis Herbst daher ziemlich klar geregelt. Darüber hinaus achte ich im Laden auf Herkunftsnachweise.
2. Kleidung aus zweiter Hand tragen
Ein Kleidungsstück muss nicht neu sein, um ein Lieblingsstück zu werden. Secondhand verlängert seine Nutzungsdauer und lohnt sich auch mit Blick aufs Klima. Wie relevant unser Kleidungskonsum fürs Klima ist, zeigt eine Zahl, die das Umweltbundesamtes nennt: Der Kauf von Textilien und Bekleidung verursacht in Deutschland rund 135 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro Person und Jahr.
Muss das wirklich sein? Möglichkeiten „preloved“ Fashion zu shoppen gibt es mittlerweile zum Glück einige, sei es über vinted oder vom Second-hand Shop um die Ecke. Ich persönlich ‚erbe‘ auch ziemlich oft Kleidung von meinem Freund. Nachdem wir beide in den letzten sechs Jahren offenbar nicht nur zusammengewachsen, sondern auch zusammen gewachsen sind, passen mir seine Shirts und Jacken aus der Kennenlernzeit mittlerweile perfekt … *hust*
3. Kosmetik bewusst auswählen
Auch im Badezimmer dürfen wir genauer hinschauen: Welche Inhaltsstoffe stecken in einem Produkt? Und brauche ich überhaupt schon Nachschub, obwohl zu Hause noch (mehr als) eine angebrochene Creme steht? Bei Naturkosmetik bietet zum Beispiel der COSMOS-Standard Orientierung. Er legt überprüfbare Kriterien für Rohstoffe, Verarbeitung und Herstellung fest. Eine Aussage über den CO₂-Fußabdruck eines Produkts lässt sich daraus allein allerdings nicht ableiten.

Wie viele Produkte letztlich in eurer Beautybag landen, ist eine Typfrage. Ich muss gestehen: Ich öffne neue Tiegel und Spender zwar erst, nachdem der „Vorgänger“ aufgebraucht ist, habe aber trotzdem immer ein kleines Lager. Meine Lieblinge bestelle ich nämlich regelmäßig online und versuche mich dann immer gleich für 3-6 Monate mit allen Kategorien einzudecken. Besser nur ein Paket, als viele Päckchen – auch das spart CO₂.
4. Öfter ohne Fleisch kochen
Wer häufiger pflanzlich kocht, kann ganz schön was bewegen. Wie groß die Unterschiede zwischen Lebensmitteln sein können, zeigt eine Untersuchung des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu): Für ein Kilogramm konventionelles Rindfleisch nennt die ifeu-Studie von 2020 je nach Produktionsweise 11 bis über 30 Kilogramm CO₂-Äquivalente. Eine ganz schöne Größenordnung…
Ich selbst esse durchaus Fleisch, aber verhältnismäßig selten – und wenn, möchte ich wissen, wo es herkommt. Aber ganz ehrlich: Es gibt SO leckere vegetarische und vegane Gerichte, da macht das Ausprobieren wirklich Spaß. Verzicht fühlt sich anders an!
5. Kurze Wege ohne Auto zurücklegen
Ob Einkauf, Arbeitsweg oder ein Besuch bei Freunden: Viele Strecken lassen sich gut zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes werden dabei gegenüber einer Pkw-Fahrt im Schnitt rund 164 Gramm Treibhausgase pro Person und Kilometer eingespart.
Kleine Besorgungen mache ich gern zu Fuß, sofern die Geschäfte so erreichbar sind. Meine Wanderschuhe sollen schließlich auch abseits von Wald und Bergen etwas erleben. Für größere Einkäufe (und gerade hier auf dem Land) nutze ich weiterhin das Auto, plane sie aber möglichst so, dass ich mehrere Dinge auf einmal erledige. Eine sinnvolle Vorratshaltung (zumindest für die Woche) ist auch hier mein Vorsatz.
6. Dinge kaufen, die lange bleiben
Bei Kleidung, Möbeln oder Ausrüstung zählt neben Rohstoffgewinnung und Herstellung auch, wie lange wir etwas nutzen. Wer vor dem Kauf auf Qualität achtet, hat im besten Fall viele Jahre etwas davon. Manchmal ist die beste Anschaffung allerdings die, die man gar nicht tätigt: weil sich ein Gegenstand leihen lässt oder der vorhandene noch seinen Zweck erfüllt.
Bei einer guten Jacke, einem Möbelstück oder meiner Outdoor-Ausrüstung gebe ich tatsächlich lieber mehr aus und achte auf zuverlässige Materialien. Meinen Winter-Schlafsack zum Beispiel verwende ich jetzt schon etwa 15 Jahre! Und der Kleiderschrank aus meiner ersten Wohnung leistet heute noch als Equipmentlager im Keller beste Dienste.
Klimaschutz im Alltag zusammengefasst:
Das Wichtigste auf einen Blick
- Regional und saisonal einkaufen: Herkunft und Jahreszeit zusammen denken.
- Secondhand tragen: Lieblingsstücken ein längeres Leben schenken.
- Kosmetik bewusst wählen: Auf überprüfbare Standards achten und Produkte aufbrauchen.
- Öfter pflanzlich kochen: Neue Gerichte entdecken und Fleisch seltener genießen.
- Kurze Wege ohne Auto machen: Zu Fuß gehen, Rad fahren und Besorgungen bündeln.
- Dinge lange nutzen: Qualität wählen, leihen und Vorhandenes weiterverwenden.
Persönlicher Bonus: Den eigenen Job mitdenken
Natürlich kann nicht jeder von zu Hause arbeiten, Dienstreisen vermeiden oder seine Auftraggeber wählen. Wer Einfluss darauf hat, kann Klimaschutz aber auch im Berufsalltag mitdenken.
Für mich als freie Texterin ist vieles im Homeoffice machbar und ich reise selten beruflich. Auch bei meinen Kunden schaue ich sehr genau, wofür sie stehen. So schreibe ich zum Beispiel für Naturkosmetikunternehmen und für Tourismusregionen, bei denen Besucherlenkung, Naturpädagogik oder die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Rolle spielen. Solche Themen unterstütze ich gern kommunikativ! Dass ich diese Möglichkeiten habe, ist ein Privileg – und eines, das ich ganz bewusst nutzen möchte.
Was passiert, wenn viele mitmachen?
Für sich genommen wirkt ein Einkauf mit dem Rad vielleicht klein. Ebenso ein Kleidungsstück, das noch eine zweite Besitzerin findet. Spannend wird es, wenn sich solche Entscheidungen summieren und daraus vielleicht sogar etwas Gemeinsames entsteht. Genau dazu laden jedes Jahr die KLIMA.LÄND.TAGE in Baden-Württemberg ein: Privatpersonen, Vereine und Unternehmen machen mit Aktionen sichtbar, wie sie sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen. 2026 fanden die Aktionstage vom 18. September bis zum 8. Oktober statt.

KLIMA.LÄND.TAGE bei Speick Naturkosmetik
Auch das Team von Speick Naturkosmetik war dabei und hat in diesem Jahr zwei Aktionen umgesetzt. Den Auftakt machte ein gemeinsames vegetarisches Fingerfood- und Salatbuffet in der Mittagspause. Alle konnten etwas mitbringen, neue Gerichte probieren und sich vielleicht die eine oder andere Idee für die eigene Küche abschauen.
Im zweiten Part ging es darum, wie sich im Alltag CO₂ einsparen lässt. Drei Wochen lang konnten die Mitarbeitenden freiwillig und anonym in einem Fragebogen festhalten, welche Maßnahmen sie zu Hause oder bei der Arbeit umsetzen.
Gerade der Verzicht auf Fleisch, Einsparen von Warmwasser, Nutzen von Ökostrom waren die größten Hebel und wurden neben anderen Maßnahmen von vielen umgesetzt.
Gemeinsam konnte das Team von Speick Naturkosmetik 1.600 kg CO₂ einsparen. Das entspricht in etwa einer 10.000 km langen Reise mit dem Auto (700l Benzin).
Wow, das ist klasse!
Zusammen können wir ganz schön was bewegen. Macht ihr auch mit?
Eure Jenny


