Wie entsteht ein neues Kosmetikprodukt?

Seifenstück in der Hand

Alles beginnt mit einer Idee. Bevor ein neues Kosmetikprodukt aber im Regal landet, ist einiges an Entwicklungsarbeit gefragt. Was genau hinter den Kulissen von Speick Naturkosmetik passiert und welche Geheimnisse sich hinter den Kürzeln KBT und CPNP verbergen, erfahrt ihr im Beitrag.

Die Ideenschmiede

Inspirationen gibt es viele: In regelmäßigen Meetings besprechen sich die Teams aus Marketing, Vertrieb und Labor. Hier werden Trends analysiert, der Markt beobachtet und Produktideen ausgetauscht. Auch Kundenfeedback fließt in diese Phase mit ein. Findet eine Produktidee Zuspruch aus den involvierten Abteilungen, werden im Labor erste Formulierungen getestet und es wird „gerührt“.

Teamsache

Produktneuerscheinungen sind bei Speick Naturkosmetik immer eine Gemeinschaftsentscheidung. Nach ausgiebigen internen Testphasen und ersten Erfahrungen mit dem Produkt-Prototypen, wird beratschlagt, ob ein Produkt Potenzial hat und der Zeitpunkt passt, um es auf den Markt zu bringen. Eine große Zustimmung und positive Produktbewertung des Teams sind hier maßgeblich für die Entscheidung. Das „Go“ kommt in letzter Instanz von den Geschäftsführern Valentin und Wikhart Teuffel.

Geduldsprobe: Die Produktentwicklung

Riechprobe im Labor

Wie lange es genau dauert, bis eine fertige Formulierung entsteht, ist abhängig von der Art der Rezeptur und ob es sich um komplett neue Produktentwicklungen handelt. „In der Regel dauert die Entwicklungsphase für Produkte, die so ähnlich bereits im Sortiment sind und sich nur durch einige Inhaltsstoffe unterscheiden, weniger lange als eine Neuentwicklung. So zum Beispiel bei neuen Seifen oder Duschgels“, verrät Alice Geiger, Laborleitung bei Speick Naturkosmetik. Jede Art von Rezeptur braucht definitiv Zeit. Aber was kommt überhaupt rein in ein neues Speick-Produkt?

Das perfekte Match: Rohstoffe im Fokus

„Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl unserer Rohstoffe ist die Naturkosmetik Konformität. So kommen viele Rohstoffe bereits aufgrund fehlender Zertifizierung (COSMOS Konformität) für uns nicht in Betracht“, erläutert Alice Geiger. Darüber hinaus spielen auch Regionalität, Ressourcenschonung und die Verfügbarkeit eines Rohstoffes eine sehr wichtige Rolle. Und vor allem Transparenz: „Bei der Auswahl unserer Rohstoffe achten wir auf transparente Lieferketten, weshalb wir auch Wert auf langjährige Partnerschaften mit unseren Lieferanten legen.“

Unverzichtbar ist darüber hinaus das perfekte Match: „Aus Sicht von Forschung und Entwicklung müssen neue Rohstoffe vor allem in der Formulierung funktionieren. So kann beispielsweise ein wasserlöslicher Wirkstoff nur schwer in ein Gesichtsöl eingearbeitet werden. Zudem muss gewährleistet sein, dass der Rohstoff keinen negativen Einfluss auf den Duft, die Viskosität oder die Stabilität der Formulierung besitzt“, beschreibt Alice Geiger das Zusammenspiel der Ingredienzien. In Fläschchen und Tiegeln landen also nur Zutaten, die grundsätzlich „beziehungsfähig“ sind. Danach geht es in die Testphase.

Glasgefäß im Labor

Auf Herz und Nieren: Tests vor der Markteinführung

Bevor ein neues Kosmetikum auf den Markt kommt, muss es eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Tests durchlaufen. Hier stehen vor allem Sicherheit, Wirksamkeit und Stabilität im Vordergrund:

Produktstabilitätstest

Beim Produktstabilitätstest wird das Produkt sozusagen künstlich gealtert. Es wird dazu über mehrere Wochen in einem Wechseltestschrank mit vorgegebenen Temperaturschwankungen aufbewahrt. Der Produktstabilitätstest gibt Auskunft über die Stabilität sowie die Haltbarkeit eines Produktes und wie empfindlich es auf Wärme, Kälte und UV-Licht reagiert.

Keimbelastungstest (KBT)

Beim KBT wird die mikrobiologische Qualität detailliert betrachtet. Nur Produkte, die bestimmte Kriterien erfüllen, dürfen auf den Markt gebracht werden. Der KBT ist zudem wichtiger Bestandteil der Sicherheitsbewertung.

Materialverträglichkeitstest

Sobald die gewünschte Verpackung für das neue Produkt feststeht, wird im Materialverträglichkeitstest der Einfluss des Packagings auf das Produkt getestet. Es muss gewährleistet sein, dass es einen optimalen Produktschutz bietet und gleichzeitig keinen negativen Einfluss auf das Kosmetikum besitzt.

Probandentest

Endlich ist es soweit: Im nächsten Step werden Produkte an Testpersonen ausgegeben. Die Probanden erhalten einen Fragebogen, mit dessen Hilfe unterschiedliche Parameter (z.B. Aussehen, Duft, Konsistenz, Anwendung, Pflegeeigenschaften, Wirkung) beurteilt werden.

Dermatologisch, allergologisches Gutachten

Nach dem subjektiven Probandentest geht es in eine ganz objektive Phase: Ein unabhängiges Testinstitut erstellt von allen Produkten ein dermatologisch, allergologisches Gutachten. Hierbei wird die neue Rezeptur an 30 freiwilligen, hautgesunden Probanden (inkl. Atopikern) getestet.

Im Hintergrund

Sobald ein Produkt die ersten Tests erfolgreich durchlaufen hat, wird in der Zwischenzeit der Einkauf für die Beschaffung der Packmittel und die Produktion für die Realisierung der Produkte einbezogen. Auch die Produktionsplanung wird involviert, um interne Abläufe einzuplanen. Je nachdem, ob es sich um ein neues Verpackungsmaterial handelt, muss vorab auch die Werkstatt/Produktion eingebunden werden, um zu prüfen, ob diese auf die vorhandenen Maschinen abzufüllen bzw. umzusetzen sind. Währenddessen kommt das Produktdesign ins Spiel, welches das Marketing mit tatkräftiger Unterstützung der Full-Service Agentur erstellt.

Zertifizierung und Zulassung

COSMOS Meldung

Alle COSMOS zertifizierten Neuheiten müssen zudem vorab bei der Zertifizierungsstelle, dem IONC, gemeldet werden. Die Meldung beinhaltet Informationen zu den Inhaltsstoffen, der Rezeptur, Nachweise über die biologische oder natürliche Herkunft der Inhaltsstoffe sowie Informationen zum Herstellprozess und der Verpackung. Der IONC erteilt die Genehmigung für die Nutzung des Siegels.

Sicherheitsbericht

Unverzichtbar vor der Markteinführung ist die Sicherheitsbewertung bzw. die Erstellung einer Produktinformationsdatei inkl. Sicherheitsbericht. Hierbei werden verschiedene Aspekte wie Inhaltsstoffe, Verpackung, mögliche Reaktionen und Kontaminationen sowie potenzielle gesundheitliche Risiken betrachtet. Der Sicherheitsbericht ist ein zentrales Instrument, um zu gewährleisten, dass ein Kosmetikum den gesetzlichen Vorschriften und Qualitätsstandards entspricht und zudem dem Verbraucher ein sicheres Produkt garantiert.

CPNP-Meldung

Der letzte Step: Alle Kosmetika die in der EU in Verkehr gebracht werden, müssen zuvor angemeldet bzw. „notifiziert“ werden. Dies erfolgt im Rahmen der CPNP-Meldung (Cosmetic Product Notification Portal). Die CPNP-Meldung enthält Informationen über das Produkt, seine Inhaltsstoffe sowie den verantwortlichen Hersteller oder Vertreiber. Auf Basis der hinterlegten Informationen können die Behörden schnell reagieren und eine Risikoeinschätzung machen.  

Ein langer Weg also von der Idee bis ins Regal – so entsteht ein neues Kosmetikprodukt bei Speick Naturkosmetik.